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Aller Anfang ist leicht

23. Januar 2019

In Zeiten des Fachkräftebedarfs sind Unternehmen gefordert, neue Wege zu finden, um ihre offenen Stellen zu besetzen – vor allem, wenn sie in einem hochspezialisierten Bereich tätig sind. InnoGames, ein Spieleentwicklerstudio mit Sitz in Hamburg, hat dafür einen eigenen Ansatz entwickelt. Die Devise lautet: Unterstützung vom ersten Tag an.

Globus.
Quelle:  Sandra Stein

Computerspiele entwickeln, designen, programmieren – das machen die Mitarbeitenden bei InnoGames. Das Unternehmen ist seit 2007 in der Gaming-Branche tätig und entwirft Online-Spiele für PC und Smartphone. Durch die große Nachfrage liegt der besondere Fokus seit einigen Jahren auf mobilen Apps. Dieser Markt, in dem sich das Unternehmen bewegt, ist hochspezialisiert. Das spiegelt sich in den Anforderungen an die Mitarbeitenden wider, die durch ein aufwändiges Recruiting und über die Grenzen Deutschlands hinaus gesucht werden.

InnoGames beschäftigt derzeit 400 Mitarbeitende aus über 30 Nationen. Der internationale Anteil der Kolleginnen und Kollegen ist in den letzten Jahren immer weiter gewachsen. 2016 waren wir bei 21 Prozent, mittlerweile sind es 27, meint Silja Bernecker, die seit zwei Jahren im Bereich Talent Acquisition beim Hamburger Spieleentwickler tätig ist. Es gibt Positionen, bei denen wir wissen, dass es dafür in Deutschland nur eine begrenzte Anzahl an Beschäftigten gibt. Wir posten auf Jobboards, die global zugänglich sind, und sprechen gezielt passende Personen an –ungeachtet dessen, woher sie kommen. Durch die gesetzlichen Regelungen ist es natürlich am einfachsten, Personen aus dem Schengenraum in Deutschland zu beschäftigen. Viele der Mitarbeitenden kommen daher aus der Europäischen Union, aber darüber hinaus auch aus anderen Ländern mit vereinfachten Visa-Anforderungen wie Australien, Lateinamerika oder den USA.

Wer aktiv sucht, der findet

Der Mehraufwand im Recruiting äußert sich schon in der Vorauswahl. Neben der eigenen Suche arbeiten wir mit spezialisierten Agenturen zusammen, die uns Kandidatinnen und Kandidaten vorschlagen. Wir telefonieren mit ihnen, stellen InnoGames vor und pitchen sozusagen uns als Unternehmen und Arbeitgeber, erklärt Bernecker. Ist eine passende Bewerberin oder ein passender Bewerber gefunden, scheut InnoGames kaum Kosten und Mühen, um die potenziellen Mitarbeitenden kennenzulernen. Der- oder diejenige muss die Stadt und die Atmosphäre hier erlebt haben, um eine gute Entscheidung treffen zu können, beschreibt die Personalerin. So kommt es vor, dass eine Bewerberin oder ein Bewerber aus Australien eingeflogen wird. Wenn jemand nach einem 20-Stunden-Flug aus Australien kommt, schicken wir ihn oder sie natürlich nicht direkt nach dem Interview wieder nach Hause. Dann hängen wir noch ein paar Tage dran und arrangieren zum Beispiel ein Treffen mit anderen Beschäftigten aus dem Heimatland.

Auch der 33-jährige Bernard Graham hat durch eine internationale Stellenausschreibung vor zwei Jahren seinen Weg aus Rio de Janeiro nach Hamburg gefunden. Er ist bei InnoGames als Game-Designer tätig. Ich bin nach Deutschland gezogen, weil der Gaming-Markt hier weitaus größer ist als in Brasilien. Ich wollte meine Karriere voranbringen. Das hat mir InnoGames sehr leicht gemacht.

Ohne Startschwierigkeiten in den Job

Für die Integration ins Unternehmen und in die Gesellschaft bietet InnoGames den neuen Mitarbeitenden eine weitreichende Unterstützung. Das Unternehmen kümmert sich um das Visum und die Arbeitserlaubnis. Außerdem werden die Mitarbeitenden über eine Vielzahl von Themen wie Versicherungen oder Steuerabgaben aufgeklärt. InnoGames unterstützt sogar bei der Wohnungssuche. Dabei greift uns eine Agentur unter die Arme, die den individuellen Bedarf prüft, passende Wohnungen vorschlägt und auch in Fragen rund um Dinge wie Stromanmeldung und Mietvertrag berät, erklärt Silja Bernecker.

Zudem erhalten nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch deren Partnerinnen bzw. Partner Deutschkurse, die bis zu einem Jahr gehen. Dem Unternehmen ist es wichtig, dass auch diese sich wohlfühlen und ein eigenes soziales Netzwerk aufbauen können. So etwas habe ich von keiner Firma erwartet, erinnert sich Graham. Sie haben uns mit allem versorgt, was wir brauchten. Wir konnten sogar einen Monat in einer der sogenannten InnoFlats wohnen, bis wir eine eigene Wohnung gefunden haben. Als besonders hilfreich empfand er, dass seine Frau in diesem Unterstützungsprozess mit eingebunden war. So konnten sie sich gemeinsam in Hamburg einleben, was die Integration ins neue Umfeld enorm erleichtert hat.

Um ihren Job zu machen, müssen unsere Mitarbeitenden grundsätzlich kein Deutsch lernen. Die Deutschkurse sind vor allem für die Welt außerhalb des Büros gedacht, meint Frau Bernecker. Für die leichtere Kommunikation untereinander ist Englisch als Unternehmenssprache festgelegt worden. Selbst Englisch kann manchmal eine Herausforderung sein, wenn wir über technische Dinge sprechen müssen, stellt Graham fest. Unser Team ist sehr divers. Ich arbeite zum Beispiel mit Menschen aus Deutschland, Russland oder Großbritannien zusammen. Die Leidenschaft für Games und die gemeinsamen Projekte bringen uns zusammen. Durch mein Team und zahlreiche Veranstaltungen bei InnoGames habe ich ein enges soziales Netzwerk aufbauen können.

Laut Silja Bernecker fördert die internationale Zusammensetzung der Belegschaft die Zusammenarbeit. Ein Team kann noch bessere Lösungen finden, wenn man Leute mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen zusammenbringt. Nicht nur die Arbeitserfahrung spielt eine Rolle, sondern auch die Impulse aus verschiedenen Ländern. InnoGames ist sich bewusst, dass ihre umfangreiche Unterstützung vom Beginn des Bewerbungsprozesses bis zur Integration ins Unternehmen einen großen finanziellen und auch zeitlichen Aufwand mit sich bringt. Aber wir wissen, dass sich die Investition lohnt.