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Drei Fragen über Open Doors – Open Minds an die Praktikantinnen

22. Mai 2019

Illustration eines Tisches mit Unterlagen.

Ziel von Open Doors – Open Minds ist es, geflüchteten Menschen einen beruflichen Start in Deutschland zu ermöglichen. Welche Erwartungen hatten sie an das Programm?

Iman Habbo: Meine Erwartungen waren: Erstens, dass ich meine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt erhöhe, zweitens, dass ich das politische System in Deutschland kennenlerne und drittens, dass ich Netzwerke mit Experteninnen und Experten aufbaue sowie mit jungen geflüchteten Frauen, die die gleichen Schwierigkeiten haben wie ich, sich aber trotzdem in die Gesellschaft integrieren möchten.

Ahed Almalla: Das Programm hat das Ziel, Frauen mit Asylhintergrund Hilfe beim Einstieg in die Arbeit und generell in Deutschland anzubieten. Es richtet sich an Frauen, die noch keine Berufserfahrung gemacht haben, weil es ihnen bisher noch nicht gelungen ist, einzusteigen. Meine Erwartungen waren sehr hoch bezüglich dieses Programms. Ich wusste, dass es kein Programm ist, dass Wunder bewirken wird und bei dem ich einfach zu Hause sitzen werde und die Arbeitschancen an meine Tür klopfen. Wir müssen auch realistisch bleiben! Ich musste mich engagieren und hart mit dem Team arbeiten, um den Anfang meiner Karriere zu meistern und sichtbar zu machen. Die Bemühungen, die Liebe und die Fürsorge, die mir im Programm entgegengebracht wurden, zeigten mir, dass sie mir helfen werden, den richtigen Weg zu finden oder mich zumindest dahinführen werden.

Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrem deutschen Arbeitsumfeld und wie konnten Sie diese meistern?

Iman Habbo: Meine größte Herausforderung war und ist es immer noch, den Leuten, bei denen ich mich beworben habe, zu beweisen, dass sie meine beruflichen Leistungen nicht an meinem Kopftuch festmachen sondern an meiner Persönlichkeit bzw. meiner Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit und an meinem Fachwissen.

Ahed Almalla: Die größte Herausforderung ist meiner Meinung nach, dass man sich innerhalb des Arbeitsteams integriert und gute Beziehungen zu den Kolleginnen und Kollegen hat. Das hängt dann natürlich von der Person selbst und den Teammitgliedern ab. Es sollte im deutschen Arbeitsumfeld sehr klar sein, dass es einfach "deutsch" ist und wir als Ausländer wissen so wenig darüber und haben täglich Probleme in diesem Umfeld. Neben dem Problem mit der Sprache wird verlangt, dass das gesamte System verstanden wird und das benötigt viel Zeit und Hilfe.

Wie bewerten Sie die Kombination aus Theorie (Seminare und Workshops durch die EAF) und praktischer Anwendung im Unternehmen?

Iman Habbo: Die Kombination aus Theorie und Praxis war für mich sehr gut und hilfreich. Die Themen, die wir in den Seminaren gelernt haben, wie über Frauen in der Politik oder Konflikte am Arbeitsplatz, und die Erfahrungen, die Experteninnen und Experten sowie Gäste mitgebracht haben, haben mir für meine berufliche Integration geholfen.

Ahed Almalla: Das Programm ist einfach eine perfekte Kombination. Open Doors – Open Minds arbeitet daran, die Teilnehmerinnen auf interaktive, theoretische Weise über das System zu informieren. Die Workshops helfen dabei, die Teilnehmerinnen zu trainieren und tägliche Probleme zu lösen, mit denen sie während ihres Praktikums konfrontiert sind. Darüber hinaus helfen die Workshops den Teilnehmerinnen psychologisch, da Mentoring und Unterstützung immer vorhanden sind. Ich habe mich persönlich nach dem Ende des Programms mächtiger und wichtiger gefühlt. Der wichtigste Teil des Programms ist meiner Meinung nach das Praktikum. Es ist der erste Schritt zum Traumberuf. Es öffnet wirklich die Tür für viele Möglichkeiten. Das Mindeste, was man nach drei Monaten eines Praktikums hat, sind Arbeitserfahrungen und Netzwerke, die dir entweder ein weiteres Praktikum, Training oder (im besten Fall) einen Job ermöglichen könnten.

Iman Habbo ist 25 Jahre alt und kommt aus Al Kamishil/Syrien. Sie hat dort bis zur 11. Klasse die Schule besucht. 2014 kam Sie mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern nach Deutschland. Ihr Praktikum im Programm absolvierte sie bei der Gewerkschaft ver.di NRW in Düsseldorf. Nachdem Sie erfolgreich an der Einstiegsqualifizierung der Agentur für Arbeit teilgenommen hat, absolviert Sie nun ihre Traumausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen in der Agentur für Arbeit in Duisburg.

Portrait von Ahmed Almalla.
Ahmed Almalla

Ahed Almalla ist 26 Jahre alt und kommt aus Aleppo/Syrien. Frau Almalla absolvierte 2014 ihr Bachelorstudium in Chemie an der Universität Aleppo. 2015 kam sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Deutschland und begann ihr Masterstudium in Chemie an der FU Berlin. Ihr Praktikum absolvierte Sie bei der Bundesanstalt für Materialforschung und – prüfung in Berlin, wo sie im Anschluss auch ihre Masterarbeit schrieb und ihr Masterstudium erfolgreich beendete. Nun wird sie voraussichtlich eine Doktorandenstelle antreten.

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