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Fünf Jahre nach Ankunft: Hälfte der Geflüchteten ist erwerbstätig

10. Februar 2020

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Eine junge Frau steht in einem Lager und notiert etwas auf einem Klemmbrett.
Quelle:  istockphoto.com/SDI Productions

Im Jahr 2015 wurden die höchsten Zuzüge von Geflüchteten seit den Flucht- und Vertreibungsbewegungen am Ende des zweiten Weltkrieges erreicht. Dadurch sind zwischen 2013 bis einschließlich 2018 rund 1,2 Millionen Menschen mit Fluchthintergrund nach Deutschland gekommen. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegt nun, dass 49 Prozent der Geflüchteten, die während dieser Zeitspanne nach Deutschland gekommen sind, inzwischen Arbeit gefunden haben. Damit erfolgt die jetzige Arbeitsmarktintegration im Durchschnitt etwas schneller als bei Geflüchteten früherer Jahre.

Bei den seit den frühen 1990er Jahren bis 2013 zugezogenen Geflüchteten, die unter anderem in der Folge der Kriege in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens nach Deutschland gekommen sind, waren nach fünf Jahren 44 Prozent erwerbstätig. Damals waren zwar die Voraussetzungen hinsichtlich Sprache, Bildung und Ausbildung vor dem Zuzug günstiger als bei den in jüngerer Zeit zugezogenen Geflüchteten, allerdings ist heute die Arbeitslosigkeit wesentlich niedriger und das Beschäftigungswachstum deutlich höher. Das IAB stellt heraus, dass seit 2015 dazu deutlich mehr in Sprach- und andere Integrationsprogramme für Asylbewerbende und anerkannte Geflüchtete investiert werde und die Bildungsbeteiligung insgesamt zunehme.

68 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten gehen einer Vollzeit- oder Teilzeiterwerbstätigkeit nach, 17 Prozent einer bezahlten Ausbildung, drei Prozent einem bezahlten Praktikum und zwölf Prozent einer geringfügigen Beschäftigung. Zwischen Männern und Frauen besteht laut Studie allerdings ein großes Gefälle: Während 57 Prozent der zugezogenen Männer erwerbstätig sind, sind es bei den Frauen nur 29 Prozent. Grund dafür sei die Familienkonstellation und die Betreuungssituation von Kindern. Insbesondere Frauen mit Kleinkindern sind zu nur sehr geringen Anteilen erwerbstätig, so die Forschenden.

Datengrundlage der IAB-Studie ist die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von rund 8.000 Geflüchteten. Die Befragung wird gemeinsam vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am DIW Berlin durchgeführt.

Quelle:
https://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/kb0420.aspx