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Vielfalt stärkt den Mittelstand

13. November 2017

Diskussionsrunde auf der Bühne.

Der 6. Landeskongress "Mittelstand ist Vielfalt" der Offensive Mittelstand und der Offensive Gutes Bauen (Netzwerk Baden-Württemberg) zeigte am 13. Oktober in Stuttgart Potenziale einer vielfältigen Personalpolitik auf und lud dazu Fachleute aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik zum lebhaften Austausch.

In ihren Grußworten verdeutlichten unter anderem Eva Schubert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie Dr. Ralf Schäfer vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, dass das Thema Vielfalt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) immer relevanter werde. Denn insbesondere KMU haben zunehmend Schwierigkeiten, offene Stellen mit Fachkräften zu besetzten. Eine vielfältige Personalpolitik, die vielfältige Potenziale der Beschäftigten bewusst einbezieht, unterstützt die Absicherung des Fachkräftebedarfs. Und sie hilft, auch neue Gruppen wie z. B. Zugewanderte zielgerichtet in KMU integrieren zu können. Nach wie vor stehen viele Betriebe vor der Herausforderung, Vielfalt zu erkennen und für sich zu nutzen. Fakt ist: Diversity Management muss in einem KMU anders erfolgen als im Großunternehmen. Wichtig seien Praxisbeispiele und Vernetzungsmöglichkeiten, um von anderen zu lernen.

Diversity als Teil der Unternehmenskultur fördert Mitarbeiterzufriedenheit, Fachkräftegewinnung und Integration

Als gutes Beispiel diente u. a. Heike Eberle von der Otto Eberle GmbH & CO KG, die für ihr Engagement für ein vielfältiges Unternehmen von der Offensive Gutes Bauen ausgezeichnet wurde. Neben zahlreichen Praxisbeispielen, die Vertreterinnen und Vertreter aus KMU präsentierten, wurden auch neue Ansätze dargestellt, wie Vielfalt in Unternehmen bewusst genutzt werden kann. Johannes Weidl vom RKW Eschborn, stellte einen Zwischenstand des INQA-Themenchecks "Diversity" vor. Unter dem Motto "Vielfaltsbewusster Betrieb" bietet der Check, der 2018 veröffentlicht wird, praxisnahe Ansätze für KMU. Jeder Betrieb sei bereits vielfältig: Alle Beschäftigten hätten ganz persönliche Stärken und Schwächen und entwickeln fortlaufend eigene Blickwinkel und Fähigkeiten. Ein vielfaltsbewusster Betrieb nehme diese wahr, nutze sie strategisch und sei sich gleichzeitig möglicher Herausforderungen bewusst. Vielfalt sollte Teil der gelebten Unternehmenskultur sein, also in allen Prozessen sowie Bereichen mitgedacht werden und kein besonderes Programm sein.

Das Diversity-Planspiel "Vielfalt auf Tour" vermittelte Beispiele, um sich über Chancen und Herausforderungen in der betrieblichen Praxis auszutauschen. Die Ergebnisse mündeten in zwölf Gründen für einen vielfaltsbewussten Betrieb. Anschließend diskutierten Vertreter von KMU über ihre Erfahrungen, wobei sich ganz unterschiedliche Ansätze zeigten, das Thema im Betrieb anzugehen. Den Schlusspunkt setzte Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability sowie INQA-Themenbotschafterin für Diversity & Chancengleichheit, die mit dem Vortrag "3 D`s – Demografie, Digitalisierung, Diversity" die Megatrends der Arbeitswelt vorstellte und über deren Auswirkungen für Unternehmen sprach.